Startseite Tiere A-Z Artikel Impressum
Tiere-Tierarten.de - Tiere, Tierarten von A-Z

Tierart Aldabra-Riesenschildkröte


Gattung: Reptilien / Schildkröten / Landschildkröten

Steckbrief

Deutscher Name: ALDABRA-RIESENSCHILDKRÖTE

Lateinischer Name: Geochelone gigantea

Lebensraum: Atolle

Futter: vorwiegend Gräser, Laub

Gewicht Männchen: bis 200 kg

Gewicht Weibchen: bis 200 kg

Lebenserwartung: 50 bis 80 Jahre

Geleggrösse : 4 bis zu 14 weisse, hartschalige, tennisballgrosse Eier Panzergrösse: maximal 123 cm, grösste Landschildkröte

Fortpflanzung: Weibchen legt Eier in selbstgegrabene Eikammern, Brutzeit: bei 30 °C beträgt die Entwicklungszeit 148 bis 161 Tage

Lebensweise: tagaktiv

Portrait


Aussehen

Die Aldabra-Riesenschildkröte, wissenschaftlich bekannt als Geochelone gigantea, ist eine der größten lebenden Schildkrötenarten der Welt. Ihr Aussehen ist beeindruckend und faszinierend. Hier ist eine ausführliche Beschreibung ihres Erscheinungsbildes:

Größe und Gewicht: Die Aldabra-Riesenschildkröte ist für ihre enorme Größe bekannt. Sie kann eine beeindruckende Länge von bis zu 1,2 Metern erreichen und ein Gewicht von über 250 Kilogramm tragen. Es gibt sogar Berichte über Exemplare, die noch größer waren.

Körperbau: Ihr Körper ist massiv und robust gebaut, mit einem großen, abgeflachten Rückenpanzer, der als Karapax bezeichnet wird. Der Karapax ist dunkelgrau bis braun gefärbt und weist eine hohe Wölbung auf. Die Unterseite des Panzers, der Plastron, ist gelblich bis cremefarben.

Kopf und Hals: Sie hat einen großen und breiten Kopf mit einer stumpfen Schnauze. Ihre Augen sind relativ klein und mit einer schützenden Hornhaut bedeckt. Ihr Hals ist lang und kräftig, was es ihr ermöglicht, ihren Kopf weit auszustrecken, um Pflanzen zu erreichen.

Extremitäten: Die Schildkröte hat vier kräftige Beine, die mit starken Krallen ausgestattet sind. Diese Krallen sind ideal zum Graben und Klettern geeignet, da die Aldabra-Riesenschildkröte in der Lage ist, auf niedrige Vegetation zu klettern und sogar kleine Hindernisse zu überwinden.

Farbe und Muster: Das Äußere dieser Schildkrötenart ist meist dunkelgrau bis braun gefärbt. Diese Farbgebung ermöglicht es ihr, sich in ihrer natürlichen Umgebung hervorragend zu tarnen. Bei einigen Exemplaren kann man jedoch auch Variationen in der Farbe und im Muster beobachten, die von dunkleren bis hin zu helleren Flecken oder Streifen reichen können.

Haut: Die Haut der Aldabra-Riesenschildkröte ist dick und rau. Sie ist mit kleinen Schuppen bedeckt, die wie Platten aussehen und als Schutz dienen. Die Farbe der Haut kann von dunkelgrau bis braun variieren und passt sich oft der Farbe des Karapax an.

Insgesamt ist die Aldabra-Riesenschildkröte eine imposante Kreatur mit einem massiven Körperbau, einem großen Kopf und einem langen Hals. Ihr dunkelgrauer bis brauner Panzer und die rauhe Haut verleihen ihr eine markante Erscheinung. Diese faszinierende Schildkrötenart ist ein Symbol für Stärke und Langlebigkeit und beeindruckt mit ihrer imposanten Größe.

Verbreitungsgebiet der Aldabra-Riesenschildkröte

Die Aldabra-Riesenschildkröte (Geochelone gigantea) ist endemisch auf den Aldabra-Inseln im Indischen Ozean. Diese Inselgruppe gehört politisch zu den Seychellen und besteht aus vier Hauptinseln: Grande Terre, Picard, Polymnie und Malabar. Das Verbreitungsgebiet der Aldabra-Riesenschildkröte beschränkt sich daher ausschließlich auf diese abgelegenen Inseln.

Lebensraum der Aldabra-Riesenschildkröte

Der Lebensraum ist geprägt von den spezifischen Bedingungen der Aldabra-Inseln. Diese Inselgruppe ist ein atemberaubendes Naturparadies, das aus Korallenkalkstein besteht und von Mangrovenwäldern, Grasland, Stränden, Salzwiesen und flachen Gewässern umgeben ist. Hier finden die Schildkröten eine Vielzahl von ökologischen Nischen, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen.

Grasland: Ein Großteil des Lebensraums der Aldabra-Riesenschildkröte besteht aus offenen Grasländern. Diese Graslandschaften bieten reichlich Nahrung in Form von niedrig wachsenden Pflanzen und Kräutern, die von den Schildkröten leicht erreicht werden können.

Mangrovenwälder: Die Küstenbereiche der Aldabra-Inseln sind von dichten Mangrovenwäldern geprägt. Diese Wälder bieten Schutz vor starken Winden und Wellen sowie eine wichtige Lebensgrundlage für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Die Schildkröten nutzen diese Bereiche als Schattenspender und als Rückzugsort.

Feuchtgebiete: Es gibt auch flache Gewässer und Sumpfgebiete auf den Aldabra-Inseln, die von den Aldabra-Riesenschildkröten frequentiert werden. Diese Gewässer bieten ihnen eine reichhaltige Quelle an Wasser und dienen auch als Nahrungsquelle für Wasserpflanzen.

Küstengebiete: Die Schildkröten bewohnen auch die sandigen Küstengebiete der Inseln. Hier legen die Weibchen ihre Eier in eigens gegrabene Nester ab, wobei sie auf den Schutz der abgelegenen Strände angewiesen sind.

Der Lebensraum der Aldabra-Riesenschildkröte ist ein fragiles Ökosystem, das sorgfältig geschützt werden muss. Die isolierte Lage der Aldabra-Inseln hat dazu beigetragen, dass diese beeindruckende Schildkrötenart in ihrem natürlichen Lebensraum erhalten geblieben ist.

Verhalten

Die Aldabra-Riesenschildkröte (Geochelone gigantea) zeigt ein interessantes Verhalten, das spezifisch für diese Art ist. Hier sind einige allgemeine Verhaltensmerkmale der Aldabra-Riesenschildkröte:

Gemächlichkeit: Die Aldabra-Riesenschildkröte ist für ihre langsame und gemächliche Bewegungsweise bekannt. Sie bewegt sich mit bedächtigen Schritten vorwärts und nimmt sich viel Zeit bei allen Aktivitäten, sei es bei der Fortbewegung, beim Fressen oder bei der Interaktion mit Artgenossen.

Territoriales Verhalten: Obwohl Aldabra-Riesenschildkröten nicht besonders aggressiv sind, zeigen sie territoriales Verhalten. Männliche Schildkröten markieren ihr Revier, indem sie ihre Körperflüssigkeiten auf den Boden tropfen lassen oder ihren Hals ausstrecken und röhrenartige Laute von sich geben.

Soziales Verhalten: Die Aldabra-Riesenschildkröte ist eher eine Einzelgängerin, aber sie kann auch in kleinen Gruppen beobachtet werden, insbesondere in Bereichen mit reichlich Nahrung und Wasser. Innerhalb einer Gruppe gibt es jedoch keine komplexe Hierarchie oder ausgeprägte soziale Interaktionen.

Wärmeregulation: Wie andere Reptilien ist die Aldabra-Riesenschildkröte von ihrer Umgebungstemperatur abhängig, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Sie sonnt sich gerne in der Sonne, um sich aufzuwärmen, und zieht sich in schattige Bereiche zurück, um Überhitzung zu vermeiden.

Ruhephasen: Die Aldabra-Riesenschildkröte kann während der heißen Tageszeit ruhend in einem schattigen Bereich verbringen. In den kühleren Morgen- und Abendstunden oder an bewölkten Tagen werden sie aktiver und gehen auf Nahrungssuche.

Ernährung

Die Aldabra-Riesenschildkröte ist eine herbivore Art, das heißt, sie ernährt sich ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Ihr Hauptnahrungsangebot besteht aus verschiedenen Pflanzenarten, die in ihrem Lebensraum vorkommen. Zu ihrer Ernährung gehören:

Gräser und Kräuter: Gras bildet einen wesentlichen Bestandteil der Ernährung der Aldabra-Riesenschildkröte. Sie weiden auf den Grasflächen und fressen verschiedene Grasarten sowie niedrig wachsende Kräuter.

Blätter und Triebe: Die Schildkröten ernähren sich auch von Blättern und Trieben verschiedener Pflanzen. Sie können die Blätter von Bäumen, Büschen und Sträuchern abzupfen und diese in ihren Mund nehmen.

Früchte: In Zeiten, in denen Früchte verfügbar sind, fressen Aldabra-Riesenschildkröten auch gerne verschiedene Fruchtsorten. Das kann beispielsweise Kokosnüsse.

Sukkulenten: In trockeneren Zeiten, in denen das Angebot an saftigen Pflanzen begrenzt ist, können Aldabra-Riesenschildkröten auch sukkulente Pflanzen verzehren. Diese Pflanzen speichern Wasser in ihren dicken Blättern oder Stängeln und bieten somit eine zusätzliche Wasserquelle für die Schildkröten. Aldabra-Riesenschildkröten haben eine langsame Stoffwechselrate und können längere Zeit ohne Nahrung auskommen. Dies ist besonders wichtig in trockenen Perioden oder während der Fortpflanzung, wenn sie sich möglicherweise in einem Zustand der Nahrungsknappheit befinden.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung der Aldabra-Riesenschildkröte ist ein faszinierender Prozess. Hier sind einige wichtige Informationen über ihre Fortpflanzung:

Geschlechtsreife: Die Geschlechtsreife bei Aldabra-Riesenschildkröten tritt erst spät ein, oft erst im Alter von 20 bis 25 Jahren. Die genaue Altersgrenze kann jedoch variieren.

Paarungsverhalten: Während der Paarungszeit zeigen die Männchen ein territoriales Verhalten, indem sie ihr Revier markieren und röhrende Laute von sich geben, um Weibchen anzulocken. Die Kämpfe zwischen Männchen um die Gunst der Weibchen sind selten, aber können gelegentlich beobachtet werden.

Paarung: Nach der Paarungszeremonie gräbt das Weibchen ein Nest in der Erde und legt darin ihre Eier ab. Die Eiablage erfolgt meistens in der Nacht. Die Anzahl der Eier kann zwischen 9 und 25 liegen.

Inkubation: Die Eier der Aldabra-Riesenschildkröte haben eine Inkubationszeit von etwa 8 bis 9 Monaten. Die genaue Dauer variiert je nach Umgebungstemperatur. Die Eier werden in der Regel in einer feuchten und warmen Umgebung belassen, da dies für eine erfolgreiche Entwicklung der Embryos wichtig ist.

Schlüpfen der Jungen: Die jungen Schildkröten schlüpfen aus den Eiern, indem sie die Eierschale aufbrechen. Der Schlupf erfolgt oft gleichzeitig bei mehreren Geschwistern, und die Jungen machen sich dann auf den Weg in Richtung Vegetation.

Überlebenskampf: Die Überlebensrate der Jungtiere ist gering, da sie vielen Gefahren ausgesetzt sind, wie zum Beispiel Raubtiere, extreme Wetterbedingungen oder auch die Gefahr, von Menschen gestört zu werden. Nur wenige schaffen es, das Erwachsenenalter zu erreichen.

Die Aldabra-Riesenschildkröte zeigt ein interessantes Fortpflanzungsverhalten, das von ihrer langen Lebensdauer und der späten Geschlechtsreife geprägt ist. Ihr Fortpflanzungszyklus ist ein wichtiger Aspekt für den Erhalt dieser beeindruckenden Schildkrötenart.

Gefährdung

Die Aldabra-Riesenschildkröte (Geochelone gigantea) ist eine gefährdete Art, obwohl sie auf den abgelegenen Aldabra-Inseln endemisch ist und von menschlichen Aktivitäten relativ unberührt ist. Hier sind einige der Hauptbedrohungen für die Aldabra-Riesenschildkröte:

Habitatverlust: Obwohl die Aldabra-Inseln geschützt sind, können natürliche Ereignisse wie Sturmfluten oder Veränderungen des Meerespiegels den Lebensraum der Schildkröten beeinträchtigen. Zudem können invasive Pflanzenarten das natürliche Nahrungsangebot der Schildkröten verringern.

Einführung invasiver Arten: Auf einigen Inseln, die nicht zur Aldabra-Gruppe gehören, wurden invasive Tier- und Pflanzenarten eingeführt. Diese können sowohl direkte Raubtiere für die Schildkröten sein als auch ihre Nahrungsquelle oder den Lebensraum beeinträchtigen.

Jagd und Sammlung: In der Vergangenheit wurden Aldabra-Riesenschildkröten wegen ihres Fleisches, ihrer Eier und ihres Panzers gejagt. Obwohl die direkte Jagd auf den Aldabra-Inseln stark eingeschränkt ist, besteht in einigen anderen Teilen der Welt noch immer ein illegales Handelsrisiko.

Störungen durch den Menschen: Der Tourismus auf den Aldabra-Inseln hat zugenommen, und die Anwesenheit von Besuchern kann die Schildkröten stören und ihre natürlichen Verhaltensweisen beeinträchtigen. Unsachgemäße Handhabung oder Belästigung durch Menschen kann zu Stress, Verletzungen oder gar zum Tod der Tiere führen.

Klimawandel: Der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Aldabra-Inseln und kann zu einer Erhöhung der Meeresspiegel, Veränderungen des Niederschlagsmusters und extremen Wetterereignissen führen. Diese Veränderungen können den Lebensraum und die Nahrungsquellen der Schildkröten beeinflussen.

Zum Glück sind die Aldabra-Inseln als Weltnaturerbe der UNESCO geschützt, und verschiedene Schutzmaßnahmen wurden ergriffen, um die Aldabra-Riesenschildkröte zu erhalten. Es gibt Bemühungen, die Inseln weiterhin zu überwachen, invasive Arten zu kontrollieren und Bildungsprogramme durchzuführen, um das Bewusstsein für den Schutz dieser einzigartigen Art zu schärfen. Dennoch ist es wichtig, weiterhin Anstrengungen zu unternehmen, um die Gefährdungsfaktoren zu minimieren und den langfristigen Schutz der Aldabra-Riesenschildkröte sicherzustellen.

Lebenserwartung

Die Aldabra-Riesenschildkröte (Geochelone gigantea) ist bekannt für ihre außergewöhnlich hohe Lebenserwartung. In freier Wildbahn können diese Schildkröten ein bemerkenswertes Alter erreichen. Die geschätzte Lebenserwartung der Aldabra-Riesenschildkröte liegt bei etwa 80 bis 120 Jahren. Es gibt auch Berichte über einzelne Exemplare, die möglicherweise über 150 Jahre alt geworden sind.

Die beeindruckende Lebenserwartung der Aldabra-Riesenschildkröte ist das Ergebnis ihrer langsamem Stoffwechselrate, der geringen Prädation in ihrem natürlichen Lebensraum und der Tatsache, dass sie auf den isolierten Aldabra-Inseln relativ ungestört leben können. Diese Schildkröten haben eine bemerkenswerte Fähigkeit, sich an ihre Umgebung anzupassen und unter günstigen Bedingungen ein langes und gesundes Leben zu führen.

Natürliche Feinde der Aldabra-Riesenschildkröte

Auf den Aldabra-Inseln haben die Aldabra-Riesenschildkröten wenige natürliche Feinde. Aufgrund ihrer imposanten Größe und ihres schützenden Panzers haben sie nur wenige Raubtiere, die sie angreifen könnten. Hier sind jedoch einige potenzielle natürliche Feinde der Aldabra-Riesenschildkröte:

Haie: In den Gewässern um die Aldabra-Inseln können verschiedene Haiarten vorkommen, die gelegentlich die Gelegenheit nutzen, sich von verletzten oder kranken Schildkröten zu ernähren.

Krokodile: Auf einigen Nachbarinseln der Aldabra-Inseln, auf denen die Aldabra-Riesenschildkröte nicht vorkommt, gibt es Krokodilpopulationen. Obwohl diese normalerweise keine Bedrohung für die Schildkröten darstellen, könnten sie bei einer Begegnung zu einer potenziellen Gefahr werden.

Vögel: Kleinere Vögel, insbesondere Greifvögel, können gelegentlich versuchen, junge Schildkröten oder Eiablagen zu erbeuten. Dies stellt jedoch keine bedeutende Bedrohung für die Gesamtpopulation dar.

Es ist wichtig zu beachten, dass die natürlichen Feinde der Aldabra-Riesenschildkröte auf den Aldabra-Inseln begrenzt sind, da diese isolierten Inseln eine gewisse Schutzwirkung bieten. Die größte Bedrohung für diese Schildkröten geht heute von menschlichen Aktivitäten und Umweltveränderungen aus, wie zuvor beschrieben.

Eure Bilder und Geschichten


Ihr habt selber auch ein Prachtexemplar dieser Tierart? Dann schickt uns Eure schönsten Fotos und Geschichten. Wir veröffentlichen sie, damit auch andere Besucher daran teilhaben können.


andere Lexika

Schlangen
Musikinstrumente
Transfermarkt
Affen
Insekten
Kaktusarten